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Santo Antão: Caldeira das Patas ©Attila Bertalan
 

Santo Antão

Wanderkarte Santo Antão Wanderkarte
Santo Antão 1 : 40000

AB Kartenverlag
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Abenteuer zwischen bizarren Felsen und in grünen Tälern

Santo Antão besitzt die beeindruckendsten Landschaften der Kapverdischen Inseln. Gerne wird die Insel deshalb auch als ideale Wanderinsel bezeichnet. Das trifft nach meiner Erfahrung durchaus zu. Um jedoch keine falschen Erwartungen zu wecken sollte man ergänzen, dass es sich um ein durchaus anspruchsvolles Wandergebiet handelt. Es gibt keine beschilderten Wanderwege und die Infrastruktur entspricht nicht europäischen Verhältnissen. Kondition und gute Orientierung sind erforderlich wenn man die interessanteren Wanderwege erkunden möchte. Dafür wird der Einsatz der Beinmuskeln belohnt mit interessanten Tälern und spektakulären Berglandschaften.

Karte Santo Antão

Grob lässt sich die Insel in drei Regionen einteilen: Der Nordosten der Insel ist für kapverdische Verhältnisse relativ vegetationsreich, da hier an den hohen Bergen ab und zu mal Wolken abregnen. Die Verheißung auf grüne Täler zieht die meisten Wandertouristen deshalb in diese Region. Der Westen der Insel hingegen ist deutlich trockener und wird deutlich weniger besucht, auch wegen der schlechteren Verkehrsanbindung. An der Südküste befindet sich die größte Ortschaft der Insel, der Hafenort Porto Novo. Da der Süden der Insel jedoch eher trocken und karg ist, ist die Südseite der Insel für die meisten Besucher nur Durchgangsstation.

Highlights auf Santo Antão

Cova - Ribeira do Paúl: Zum Pflichtprogramm auf Santo Antão gehört die Wanderung vom Cova Krater in die Ribeira do Paúl. Mit dem Sammeltaxi (Aluguer) von Ribeira Grande nach Porto Novo fährt man bis zum Cova Krater, einem inaktiven vulkanischem Krater dessen Boden landwirtschaftlich genutzt wird. Von der Straße führt eine kleine Nebenstraße in den Krater hinein und von dort ein Pflasterweg über den Kraterrand in die Ribeira do Paúl.

Die Ribeira do Paúl ist das fruchtbarste Tal der Kapverden und der obere Teil steht auch oftmals in Wolken. Der steil in Serpentinen herabführende Pflasterweg ist jedoch auch bei Nebel gut erkennbar. Kommt man unterhalb des Nebels an, oder noch besser, wenn es gar keinen Nebel gab, biete sich eine spektakuläre Aussicht in das grüne Tal.

Oben im Tal wachsen an schattigen Stellen sogar Bananen, die ausreichend Feuchtigkeit benötigen. Weiter unten wird intensiv Zuckerrohr angebaut, aus dem der einheimische sehr starke Rum, genannt Grogue, destilliert wird. Der steile Pflasterweg geht dann in der ersten kleinen Ortschaft über in eine kleine Pflasterstraße die bis zum Küstenort Vila das Pombas, auch Paúl genannt, führt. Wem ein steiler Abstieg auf gepflasterten Wegen zu sehr auf die Knie geht, der kann die Strecke auch von unten nach oben wandern. Dann sollte man darauf achten, nicht zu spät los zu gehen, da die Aluguers für den Rückweg Richtung Ribeira Grande nur bis zum späten Nachmittag fahren.

Cova Krater
Cova Krater
Ribeira do Paúl
Ribeira do Paúl
Ribeira do Paúl
Ribeira do Paúl

Ponta do Sol - Fontainhas: Der kleine Ort Fontaínhas an der steilen Küste im Norden ist das Postkartenmotiv schlechthin auf Santo Antão. Von dem kleinen Ort Ponta do Sol, der sich zur einer Art Zentrum des Wandertourismus auf Santo Antão entwickelt führt eine abenteuerliche Pflasterstraße bis Fontaínhas. Der Weg geht die meiste Zeit leicht aufwärts an der spektakulären Küste entlang und endet als Straße in dem Ort. Die Tour von Ponta da Sol bis Fontainhas ist eine Halbtagestour und Pflichtprogramm auf Santo Antão. Man kann die Tour auch noch ausdehnen. Hinter dem Ort geht der Straße als Fußweg weiter. Es folgen recht steile Auf- und Abstiege zu den kleinen Dörfern Corvo und Forminguinhas. Zu diesen Dörfern gibt es keinen Straßenanschluss. Nach den Dörfern geht der Weg weiter durch unbesiedeltes Gebiet bis Chã das Igreja und ist eine beliebte Strecke für Trekkingtouristen. Jahreszeitlich bedingt kann der Weg aber auch unpassierbar und gefährlich sein und sollte nicht ohne vorherige Auskunft über den Zustand begangen werden.

Abendstimmung in Ponta do Sol
Abendstimmung in Ponta do Sol
Fontaínhas
Fontaínhas
Fontaínhas
Fontaínhas

Noch mehr Ribeiras im Nordosten: Ein weiteres Highlight auf Santo Antão sind eigentlich die vielen weiteren größeren und kleineren Ribeiras, die man entdecken kann. So zum Beispiel, die Ribeira da Torre mit ihren besonders bizarren Felstürmen. Oder die Ribeira da Janela, in die man vom Pico da Cruz kommend erwandern kann. Auch sehenswert sind die kleineren Nebentäler der Ribeira Grande wie die Ribeira de Chã de Pedras oder die Ribeira Figueiral. Lohnenswert ist auch ein Ausflug durch die Ribeira Grande über einen Pass in die Ribeira da Garça bis zum hübschen Dorf Chã das Igreja. Den Ausflug kann man auch mit einem Aluguer machen.

Ribeira da Torre
Ribeira da Torre
Ribeira da Torre
Ribeira da Torre
Ribeira da Figueiral
Ribeira da Figueiral

Der Westen: Nur wenige Touristen besuchen den eher trockenen Westen der Insel. Dabei hat er durchaus einiges zu bieten: Den höchsten Berg der Insel, den Tope de Coroa mit 1979 Metern Höhe, einen eindrucksvollen Einsturzkrater, die Caldeira das Patas, die sehenswerte Ribeira do Alto Mira und für Ruhesuchende das extrem abgelegene Dorf Tarrafal de Monte Trigo mit Übernachtungsmöglichkeiten. Außerdem bietet die Trockenheit einen weiteren Vorteil: Während der Nordosten durchaus mal in dicken Wolken liegen kann, scheint im Westen der Insel weiterhin die Sonne und bietet sich deshalb als Alternative zu trüben Tagen im Nordosten an. Somit ist der Westen Santo Antãos ein Geheimtipp für diejenigen, die noch etwas Abenteuer abseits ausgetretener Pfade suchen.

Tope de Coroa
Tope de Coroa
Ribeira do Alto Mira
Ribeira do Alto Mira
Ribeira do Alto Mira
Ribeira do Alto Mira

Erfahrungen und Tipps

Reisedauer: Da die Anreise doch einiges an Zeit in Anspruch nimmt und es reichlich Touren zu erkunden gibt, sollte man als Wanderer mindestens 4 bis 5 Tage Aufenthalt auf der Insel einplanen. Ideal dürften bei einer 3-wöchigen Kap Verde Reise etwa sieben Tage Aufenthalt auf Santo Antão sein. Trekkingtouristen, die die gesamte Insel abwandern möchten sollten auch mindestens um die sieben Tage einplanen.

©Attila Bertalan