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Reisebericht eines Kartographen auf den Kapverden

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Hinweis: Diese Seite wurde 1999 erstellt und bleibt als Archiv erhalten. Die folgenden Informationen sind möglicherweise nicht mehr aktuell!

An dieser Stelle möchte ich keine umfassende Abhandlung über das Reisen auf den Kapverden weitergeben sondern lediglich ein paar Erfahrungen aus der Praxis weitergeben. Wer sich umfassend auf eine Reise vorbereiten möchte, sollte auf jeden Fall auf vorhandene Reiseliteratur zurückgreifen oder sich an Adressen wie den Europäisch-Kapverdischen Freundeskreis e.V. wenden.

Ankunft: Wer von Deutschland aus fliegt hat nur von München aus die Möglichkeit mit der TACV direkt auf die Kapverden zu kommen. TACV hat auch die günstigsten Angebote, fliegt aber von Deutschland aus nur ein bis zwei mal pro Woche. Nur wer mit TACV fliegt hat auch die Möglichkeit einen Flugpass für die Flüge von Insel zu Insel in Deutschland günstig zu erwerben.
Ich bin dagegen mit Sabena, einer belgischen Fluglinie geflogen, weil die Flugzeiten für mich günstiger lagen. Der Preis war annähernd gleich wie mit TACV. Allerdings mußte ich in Brüssel äußert zügig umsteigen (oder: rennen und den Anschlußflug nicht zu verpassen) und es gab eine weitere Zwischenlandung (ohne Umsteigen) in Dakar. Inzwischen hat aber Sabena die Flüge nach Kap Verde eingestellt.
Auch die deutsche Condor wird ihre Flüge zum Sommer 2001 hin einstellen.
Eine wenig empfehlenswerte Alternativ wäre die portugisische TAP, die aber teurer ist als die TACV und zudem Zwischenlandungen in Portugal einlegt (außer man möchte vielleicht auch nach Portugal).

TACV-Propellermaschine für Inlandsflüge Inselhüpfen: Der Reiz der Kapverdischen Inseln liegt vor allem im Kontrast zwischen den einzelnen Inseln. Wer nicht einen reinen Bade- und Wassersporturlaub möchte, sollte auf jeden Fall mehrere Inseln besuchen, sonst könnte es auf Dauer etwas uninteressant werden. Den absoluten Höhepunkt bildet die Insel Santo Antão mit einer faszinierenden Gebirgswelt, ideal zum Wandern!
São Nicolau aus der Luft gesehen Weitere sehenswerte Berglandschaften findet man im Inland von Santiago, auf São Nicolau, Fogo und Brava. Fogo bietet mit dem zweithöchsten Vulkan im Atlantik zudem ein besonderes Ausflugsziel. Kapverdische Kultur findet man am ehesten in Mindelo wohingegen man die schmutzige Hauptstadt Praia am besten schnell hinter sich läßt. Als schönsten Badestrand empfand ich den von Santa Maria auf Sal. Auch Boavista hat schöne Strände, bietet aber touristisch noch nicht so viel (wobei sich das bald ändern könnte), genauso Maio, das touristisch noch kaum erschlossen ist.
Mit den Propellermaschinen der TACV von Insel zu Insel zu kommen ist eigentlich kein Problem. Man muß auch nicht schon alles von Deutschland aus organisieren, es reicht, wenn man die Flüge jeweils zwei-drei Tage im Voraus bucht. TACV-Büros gibt es auf jeder Insel (meist im Hauptort) und man kann auch auf jeder Insel Weiterflüge von anderen Inseln buchen.
Die Fährverbindungen sind dagegen eher unregelmäßig und schwer kalkulierbar. Ausschließlich von Mindelo nach Santo Antão ist die dort regelmäßige Fährverbindung gegenüber den unregelmäßigen Flügen zu bevorzugen und nach Brava fliegt die TACV im Moment sowieso nicht, kann also nur per Fähre erreicht werden. (Nachtrag: Laut neuesten Informationen funktioniert die Anfang 2001 eingeführte neue Fährverbindung, die die Inseln Santiago, Fogo, Brava und Maio verbinden sollte, wegen technischer Probleme des Schiffes doch nicht!)

Gesundheit: Obwohl zu Afrika gehörend gibt es auf den Kapverdischen Inseln nicht die gesundheitlichen Probleme wie auf dem Festland. Ratsam ist es dennoch vor der Reise die Standardimpfungen wie Tetanus und Polio aufzufrischen. Auch prophylaktische Maßnahmen gegen Hepatitis sind zu empfehlen. Wer sicher ist, keine sexuellen Kontakte oder direkten Kontakte mit Blut (Spritze, Bluttransfusion) zu haben, dem genügt allerdings die besser verträgliche Impfung gegen Hepatitis A und kann auf die Impfung gegen Hepatitis B verzichten.
Manchmal liest man von einem geringen Malariarisiko auf Santiago, dies bezieht sich allerdings nur darauf, daß manchmal Moskitos vom afrikanischen Festland als "blinde Passagiere" nach Praia mitfliegen. Die Risiken, die die Malariaprophylaxe mit sich bringt, sind sicherlich höher, als das Risiko, sich auf den Kapverden mit Malaria zu infizieren (Garantien gibt es aber selbstverständlich keine).
Weit verbreitet sind dagegen Erreger für Durchfallerkrankungen. Als gutes Mittel zur Vorbeugung empfiehlt sich Perenterol mitzunehmen, das auf natürlichen Hefebakterien basiert. Ich hatte die Kapseln regelmäßig geschluckt und keine Probleme bekommen. Als ich aber unvorsichtigerweise das Mittel zwei Tage lang nicht genommen hatte, lag ich gleich für einen Tag mit Fieber und Durchfall flach. (Nachtrag vom März 2006: Inzwischen halte ich ein Einnahme vom Perenterol für unnötig)

Reisezeit: Meine Reise ging von Ende November bis Mitte Dezember. Ich hatte mir die Zeit ausgewählt, weil sie zwischen der sogenannten "Regenzeit" im August/September und der Zeit der Harmattan-Winde liegt, die um die Jahreswende herum Staub- und Sandwolken aus der Sahara Richtung Kapverden blasen. Die Zeit war optimal gewählt für einen Wanderurlaub! Warum?
- Erstens ist es angenehm warm, aber nicht so heiß wie im Sommer. Man konnte zwar auch noch ein wenig Baden, aber es war kein typisches Badewetter.
- Zweitens war durch die vorhergegangenen Niederschläge das Land ein wenig grün und so wesentlich attraktiver.-
- Drittens war der Abstand zu den feuchten Monaten groß genug, daß die Insektenmassen, die ich nur kurz auf einer Zwischenlandung in Praia erlebt habe, inzwischen wieder verschwunden waren.
- Viertens war relativ wenig los und es gab deshalb keine Probleme bei der spontanen Flug- oder Zimmerbuchung.
Fazit: Wenn Sie auf den Kapverden Wandern wollen ist November/Dezember der ideale Zeitpunkt. Zu anderen Reisezeiten kann ich aus eigener Erfahrung nichts sagen und verzichte darauf, etwas aus einem Reiseführer abzuschreiben...

©1999-2005 Attila Bertalan