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Kap Verde Reisebreicht 1999
 

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Fogo

Hinweis: Diese Seite wurde 1999 erstellt und bleibt als Archiv erhalten. Die folgenden Informationen sind nicht mehr aktuell!

Kinder vor dem Pico de FogoLE BISTRO in São Filipe Den Mittelpunkt dieser Insel bildet der 2829 m hohe Pico de Fogo, ein noch aktiver Vulkan der 1995 das letzte mal ausbrach.
Von Santo Antão nach Fogo zu kommen war doch etwas umständlich: Mit der Fähre zunächst nach Mindelo, dort mit dem Taxi zum Flughafen bei São Pedro, dann mit dem Flugzeug nach Praia, wo der Flughafen wegen der vorhergegangenen Regenfälle voll mit Insekten war und von dort nochmals mit dem Flugzeug nach São Filipe.

Reinhard hatte organisiert, daß mich Renate Heckelmann-Zanini  vom Flughafen abholt. Sie leitet neben ihrer Arbeit für den Tour-Operator CVTS ein nettes kleines Restaurant in São Filipe, die Snack Bar "Le Bistro", das für mich zum Ausgangs und Endpunkt meiner Erkundungstouren wurde. Hier gab es dann auch mein absolutes Lieblingsgericht auf den Kapverden: Pizza mit frischem(!) Thunfisch, unbedingt empfehlenswert!
São Filipe ist ein freundlicher Ort mit bunten Häusern und einladenden Plätzen. Meine Unterkunft in einem kleinen Einzelzimmer in der Pension Fátima ist sauber und mit einem Deckenventilator ausgestattet. Leider gibt es zum duschen nur kaltes Wasser, aber an kalte Duschen muß man sich abseits der touristischen Pfade auf den kapverdischen Inseln eh gewöhnen.

Platz in São Filipe Am nächsten Morgen treffe ich mich um 8 Uhr mit meinem Fahrer Zucca im "Le Bistro". Zucca ist ein sehr sympathischer junger Kapverdianer und war mein bester Guide auf Kapverden. Obwohl er keine Fremdsprache spricht, verstand er immer, was oder wohin ich wollte. Mein Ziel war es, die neugebauten Strecken auf der Insel per GPS aufzunehmen und so führte unsere Tour zunächst einmal nach Osten, auf der Strecke, die die Insel zu etwa 98% umrundet. Leider fehlen tatsächlich die restlichen 2%, so daß man nicht komplett um die Insel herum fahren kann (Update: 2004 wurde die Ringstraße fertig gebaut)
Als wir im Nordosten der Insel ankommen, hängen überall riesige Spinnennetze. Das feuchtwarme Klima begünstigt das Vorkommen von Insekten und somit auch dieser großen Spinnen. Der Ort Mosteiros, der einst einen kleinen Aufschwung durch einen kleinen Flughafen erlebt hatte, wirkt weniger interessant. Die Flugzeuge landen inzwischen alle bei São Filipe statt auf der abenteuerlichen Staubpiste bei Fajãzinha, einem Ortsteil von Mosteiros.
Die Fahrt endet in Atalaia, dort heißt es zurückfahren und dann hinauf in die Chã das Caldeiras, dem großen Krater des Vulkans Pico de Fogo.

Pflasterstraße in Richtung Chã das Cadeiras In Schlangenlinien fährt man ab Achada Furna den Berg hinaus. Man passiert den Parasitärkrater Monte Tutarão und das kleine Bergdorf Cabeça Fundão bevor man um eine Kurve biegt und dann der Pico als fast 1000 Meter hoher Kegel vor einem erscheint. Diese Kurve markiert den Eingang in die Chã das Caldeiras, den Krater des Vulkans. Hier lohnt es sich anzuhalten und zu fotografieren. Pflasterstraße durch die Chã das Caldeiras Weiter geht es dann auf der Pflasterstraße durch den Krater, eine bizarre und kahle Landschaft. Mann durchquert auch die Stelle, wo im Jahre 1995 Lava floß und Teile der Straße zerstörte sowie die Bevölkerung der zwei kleinen Dörfer in der Caldeira bedrohte. Die junge Lava ist noch pechschwarz und kaum verwittert. Am Ende der Straße befinden sich die zwei kleinen Dörfer Portela und Bangaeira. Genau dazwischen steht nun die Weinkooperative, die sich vorher an anderer Stelle befand und durch den Vulkanausbruch zerstört wurde.
Dort gibt es dann auch den echten Fogo-Wein zum probieren oder als Souvenir zum mitnehmen. Als ich dort ankomme spielt der Besitzer mit zwei Freunden gerade Live-Musik. Dort treffe ich auch Frau Heckelmann-Zanini, die mit zwei Ehepaaren einen Parasitärkrater erklommen hatte, sowie eine Gruppe von drei jungen Deutschen, die vergeblich versucht haben, den Pico auf eigene Faust zu besteigen. Da sie keinen Guide hatten und den Weg nicht kannten, mußten sie knapp 100 Meter unter dem Gipfel aufgeben, da es dort sehr steil wurde.
Die Wanderung auf den Pico sollte man nur gut vorbereitet unternehmen: Rechtzeitig starten, festes Schuhwerk, genügend Sonnenschutz und Wasser mitnehmen, sowie am Besten einen einheimischen Führer, der den Weg zum Gipfel kennt.
Aber auch wenn man nicht den Gipfel erklimmen möchte, ist die Fahrt in den Vulkankrater ein Höhepunkt einer Kapverdenreise und ein unbedingtes Muß, wenn man sich auf Fogo befindet.
Zum Abschluß des Tages fuhren wir noch die Straße nach Norden bis nach São Jorge. Dieser Teil der Insel ist recht grün und wegen der günstigen klimatischen Bedingungen entsprechend besiedelt. Bei São Jorge gibt es auch die Ponta da Salina, eine Felseinbuchtung die die Einheimischen gerne zum Baden benützen. Landschaftlich hat mit der Nordwesten sogar noch besser gefallen als der Nordosten bei Mosteiros, hier ließe es sich gut wandern.

Lavasandstrand vor São Filipe Nach einem anstrengenden Tag ging ich dann noch zum "Strand vor der Haustür". Vor São Filipe befindet sich ein schwarzer Lavasandstrand. Feinster Sand, nur eben tief schwarz. Schwimmen sollte man hier wegen gefährlicher Strömungen nicht, aber wer es mag, kann sich wunderbar in die Brandung schmeissen: Das erfrischt und macht Spaß.

Nach insgesamt drei Tagen auf Fogo, in denen man zwar nicht alles aber zumindest die wichtigsten Höhepunkte sehen kann, ging es dann für mich weiter nach Santiago ->

©Attila Bertalan