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Blick von Brava auf die Ilhéu Grande (links), Ilhéu Luis Carneiro (mitte) und Ilhéu de Cima (rechts) ©Attila Bertalan
 

Reise Know-How Cabo Verde
Mehr zur Geschichte Santa Luzias findet man im Reise Know-How Cabo Verde auf den Seiten 461 und 462.

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Kap Verdes unbewohnte Inseln

Der Tagtraum einmal Robinson Crusoe zu sein

Immer wieder liest man, die Kapverden bestünden aus 15 Inseln, wovon 9 bewohnt sind. Die Anzahl der bewohnten Inseln mag stimmen, die Gesamtzahl der Kapverdischen Inseln mit 15 zu beziffern ist jedoch eher unzutreffend. Ich habe versucht herauszufinden, woher diese Zahl kommt und wie es scheint hat irgendwann irgendjemand diese Zahl auf einer schlecht gezeichneten Karte gezählt und diese Zahl niedergeschrieben. Und seitdem wird diese falsche Zahl immer wieder gerne abgeschrieben, vermutlich weil es so schön griffig ist.

Korrekter als die Zahl der Kapverdischen Inseln mit 15 anzugeben, wäre zu sagen, es sind 9 bewohnte Inseln, 3 größere unbewohnte Inseln sowie eine Vielzahl kleinerer Inseln. Bis jetzt habe ich noch keine dieser unbewohnten Inseln besuchen können, sondern bestenfalls nur aus der Ferne gesehen. Dennoch versuche ich hier diese so gut ich kann einmal vorzustellen. Und ach ja: Das Bild mit der Palme stammt leider nicht von einer der unbewohnten Inseln, sondern von Santiago

Ilhas Desertas Karte

Santa Luzia, Branco und Raso

Zwischen São Nicolau und São Vicente befinden sie die drei größten der unbewohnten Kapverdischen Inseln: Santa Luzia, Razo und Branco.

Santa Luzia, die größte der einsamen Inseln war nicht immer unbewohnt.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Insel immer wieder für Ziegenhaltung genutzt und Hirten siedelten auf der Insel. Immer wiederkehrende Trockenheit zwang die Siedler jedoch zum Verlassen. Seitdem die letzten Bewohner die Insel verlassen haben ist Santa Luzia ohne ständige Bewohner.

Im Südwesten besitzt die Insel jedoch eine weite Bucht mit Sandstrand. Davor ankern gerne mal Segler, die dann den Sandstrand für sich alleine haben dürften.

Die Insel selbst ist eher karg und trocken. In der Mitte der Insel befindet sich ein kleines Gebirge mit dem 395 Meter hohen Monte Grande als höchste Erhebung. Während Santa Luzia einstmals Brutstätte für Seevögel war ist dies heute durch vom Menschen eingeführte Katzen nicht mehr der Fall. Bei guter Sicht kann man die Insel vom Monte Gordo auf São Nicolau sehen.


Santa Luzia

Branco ist im Prinzip ein langer schmaler Felsgrat, der aus der Meeresoberfläche herausragt. Trotz der kleinen Fläche ist die Insel bis zu 327 Meter hoch. Die Insel steht unter Naturschutz, denn sie ist ein wichtiger Brutplatz für Vögel. Außerdem lebt der kapverdische Riesen-Gecko (Tarentola gigas) auf der Insel.

Raso (auch Razo genannt) steht unter strengem Naturschutz. Die Insel ist Heimat der nach ihr benannten, sehr seltenen Raso-Lerche. Im Gegensatz zur Nachbarinsel Branco ist Raso eher flach und sieht aus der ferne etwas aus wie ein unförmiger Pfannkuchen. Die höchste Erhebung der Insel ist nur 164 Meter hoch.



Vila Nova Sintra mit den Ilhéus Secos ou do Rombo im Hintergrund

Ilhéus Secos ou do Rombo

Die Ilhéus Secos ou do Rombo sind eigentlich ein kleines Archipel innerhalb des kapverdischen Archipels. Die Inselgruppe liegt etwa 7 Kilometer nördlich von Brava. Zur Inselgruppe gehören die zwei etwa 2,5 km langen Inseln Ilhéu Grande und Ilhéu de Cima. Ebenfalls noch als Inseln zu klassifizieren sind die jeweils ein paar wenige Hundert Meter im Durchmesser großen Ilhéu Luíz Carneiro, Ilhéu Sapado und Ilhéu do Rei. Dazu gesellen sich noch unzählige kleinere aus dem Wasser aufragende Felsen, die das Gebiet umd die Inseln für größere Schiffe gefährlich machen. Auf der Ilhéu de Cima steht deshalb auf der Südspitze ein Leuchtturm auf ca. 80 Meter Höhe (auf dem Foto als kleiner weißer Punkt erkennbar). Die Inseln sind unbewohnt und stehen unter Naturschutz. Dennoch fahren die Einheimischen wie man hört ab und zu mit Fischerbooten auf die Inseln und feiern dort am Strand.


Ilhéu de Cima mit Leuchtfeuer und kleineren Inseln im Hintergrund


Ilhéu Grande

Ilhéu dos Passaros
Ilhéu dos Passaros

Ilhéu dos Passaros

Die Ilhéu dos Passaros, was auf Deutsch in etwa Insel der Vögel heißt, erhebt sich mit etwa 40 Metern Höhe direkt vor dem Hafen Mindelos auf São Vicente. Auf der Überfahrt von Mindelo nach Santo Antão kommt man als Reisender also zwangsläufig an der kleinen Insel vorbei, was für etwas Abwechslung sorgt. Auf der Insel gibt es einen alten Leuchtturm mit einem abenteuerlichen Treppenaufgang. Das Inselchen kann man auch vom Norden Mindelos aus gut sehen und bietet ein interessantes Fotomotiv vor der Kulisse Santo Antãos.


Ilhéu de Sal Rei
Ilhéu de Sal Rei

Ilhéu de Sal Rei

Die Ilhéu de Sal Rei ist eine fast 2 km lange und etwa 500 Meter breite Insel vor der Küste von Boa Vista. Die Insel liegt vor dem Hauptort Sal-Rei und bietet einen Schutz vor den hohen Wellen des Atlantiks, so dass der Hafen von Sal-Rei auch kleineren Schiffen Schutz bietet.
Auf der Insel gibt es einen Leuchtturm, sonst aber wohl wenig zu sehen.


Ilhéu de Santa Maria
Ilhéu de Santa Maria

Ilhéu de Santa Maria

Die Ilhéu de Santa Maria ist ein etwa 400 Meter langes Inselchen, das in einer Bucht der Insel Santiago vor der Hauptstadt Praia liegt. Auf der Insel befinden sich die Ruinen einer ehemaligen Lepra-Station.


Ilhéu Rabo de Junco
Ilhéu Rabo de Junco

Ilhéu Rabo de Junco

Die Ilhéu Rabo de Junco hat eine annähernd dreieckige Form, wobei die Längste Seite gerade einmal 250 Meter misst. Das kleine Inselchen liegt vor der Küste Sals, vor der Landzunge Rabo de Junco mit dem Hügel Monte Leão. Sie dient Seevögeln als Brutrevier und steht deshalb unter Naturschutz. Die angrenzende Bucht Baia de Joaquim Petinha ist ein Top-Revier für Windsurfer.


Das Riff João Valente

Keine Insel im eigentlichen Sinne, aber dennoch Bestand­teil des Kapverdischen Archipels. Ungefähr auf halber Strecke zwischen Boa Vista und Maio befindet sich eine unter­seeische Erhebung, die bis kurz unter die Wasser­oberfläche reicht und an der sich die Atlantik­wellen als Fontäne mitten im Atlantik brechen. Bekannt wurde das Riff durch die Tauch­gänge von Jacques-Yves Cousteau.
Das Riff wurde zudem im Jahre 1806 dem Dreimaster Lady Burgess zum Verhängnis, das sich auf dem Weg nach Indien befand und dort sank. Das Wrack wurde im Jahr 2000 im Rahmen einer maritim-archäologischen Operation durch die Organisation ARQUEONAUTAS WORLDWIDE (ARQ) geborgen.
Auf den Inlands­flügen von Sal und Boa Vista nach Santiago läßt sich die Stelle bei guter Sicht ganz deutlich als großer weißer Fleck mitten im Wasser sehen. Ein Foto ist mir endlich im Dezember 2009 gelungen:

Das Riff João Valente
Das Riff João Valente

Küstennahe Eilande

Es gibt noch etliche kleine Inseln im Kapverdischen Archipel, die in der Regel sehr nahe bei den größeren Inseln liegen und deshalb selten erwähnt werden.
Die meisten solcher kleinen Inselchen gibt es bei Boa Vista. Vor der Südspitze von Boa Vista liegt in der Nähe des neu gebauten Hotels RIU Lacação die etwa 120 Meter lange Insel Ilhéu Curral Velho. Im Nordosten Boa Vistas gibt es eine Gruppe mit kleinen Inseln: Die immerhin 330 Meter lange und etwa 120 Meter breite Ilhéu de Baluarte, die im Durchmesser etwa 85 Meter messende annähernd kreisförmige Ilhéu dos Passaros, die 160 Meter lange aber sehr schmale Ilhéu do Cascalho und die etwa 120 Meter lange Ilhéu Holandes. Sehr nah zur Nordostküste und nur 50 Meter groß ist die Ilhéu do Galeão. An der Ostküste gibt es dann noch die 250 Meter lange Ilhéu do Roque, die fast als Landzunge an der Küste hängt, sowie das immerhin 750 Meter lange Riff Ponta do Recife, bei dem auch einige Felsen aus dem Wasser schauen.
Vor der Ostküste Sals liegen die nur ca. 40 Meter lange Insel Ilheú de Fragata und die eher als Riff zu bezeichnenden Ilheús da Chano. Die Ilhéu da Fragata ist recht interessant, da sie sehr dunkles Gestein aufweist.
Vor der Ostküste Santo Antãos liegt die etwa 120 Meter große Felsinsel Ilhéu de Boi.
Direkt vor der Südwestküste Santiagos liegt die 125 Meter lange Felseninsel Ilhéu dos Alcatrazes in der abgelegenen Bucht Baía de Santa Clara. Im Nordosten Santiagos liegen vor der Ortschaft Mangue de Sete Ribeiras einige kleinere Felseninseln, deren Name mir unbekannt ist. Etwa auf halber Höhe an der Ostküste liegt vor der Ortschaft Santa Cruz ebenfalls eine namenlose Insel mit etwa 120 Metern Länge.
Nördlich von Maio liegt in der großen Bucht Baía do Galeão die immerhin bis zu 150 Meter große Insel Ilhéu Laje de Branca (siehe Foto unten).

Laje de Branca
Laje de Branca

©Attila Bertalan